MARKUS BECKER
Schwefelgedanken. Drei Gesänge
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Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise in zuweilen geheimnisvolle Welten. Wer seine Gedichte und kurzen Prosatexte liest, kann durch sie weiterdenken und entdeckt im besten Fall, was es bedeutet, über Worte in einen Dialog zu treten.
Die Drei Gesänge sprechen aktuelle Themen an und vertiefen sie.
Fotografien von Marco Schütze begleiten den Band und entführen die Leserinnen und Leser an verschiedene Orte.
Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise in zuweilen geheimnisvolle Welten. Wer seine Gedichte und kurzen Prosatexte liest, kann durch sie weiterdenken und entdeckt im besten Fall, was es bedeutet, über Worte in einen Dialog zu treten.
Die Drei Gesänge sprechen aktuelle Themen an und vertiefen sie.
Fotografien von Marco Schütze begleiten den Band und entführen die Leserinnen und Leser an verschiedene Orte.
Zusätzliche Informationen
| Abmessungen | 13 × 20 cm |
|---|---|
| Auflage | |
| Autor | Markus Becker |
| ISBN | 9783946112822 |
| Seiten | 152 |
| Veröffentlicht | August 2022 |
| Cover | Marco Schütze |
| Fotografien | Marco Schütze |
2 Rezensionen für Schwefelgedanken. Drei Gesänge
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Susanne Konrad –
Das Buch „Schwefelgedanken: Drei Gesänge“ von Markus Becker enthält Gedichte und Kurzprosa. Die sprachlich intensiven und stark subjektzentrierten Texte umkreisen Themen wie Kampf und Krieg, griechische Mythologie, Kosmos und Weltraum, aber auch die Auseinandersetzung mit den christlichen Werten und mit den bürgerlich-christlichen Traditionen. Vorherrschend ist die Erfahrung der Einsamkeit, die durch positive Erlebnisse gebrochen werden kann. Die Miniaturen von Markus Becker sind sehr authentisch, ihre logische und stilistische Stringenz ist manchmal noch nicht ganz vollkommen.
Dafür dass der Autor erst seit drei Jahren schreibt, sind seine Texte faszinierend. Mir gefallen sie sehr, weil sie mein menschliches Empfinden wecken und ich sie zugleich sprachlich schön finde.
Besonders angesprochen hat mich das Gedicht „Aképhalos“ auf Seite 27. Der Widerspruch zwischen den christlichen Glaubensinhalten einerseits und der realen Weltwahrnehmung andererseits bewegt auch mich sehr. Die Zeilen „Christus am Auferstehen, / die Menschheit am Untergehen / Wasserblasen steigen empor.“ treffen dies ganz besonders. Ein Aképhalos ist übrigens ein kopfloser Dämon – nach einem solchen klingen auch manche von Beckers kurzen Texten – auf eine sehr sympathische Weise.
Thomas Berger –
Thomas Berger PER ASPERA AD ASTRA
Über das Buch „Schwefelgedanken“ von Markus Becker
Die Gattungsangabe des neuen Buches von Markus Becker lässt noch nichts Arges vermuten: „Lyrik und Prosa“; ebenso wenig der Untertitel „Drei Gesänge“. Doch der Haupttitel „Schwefel Gedanken“ und das Coverbild, das, wie die Fotografien des Bandes, von Marco Schütze stammt, sorgen für eine gewisse Unruhe, erzeugen spannungsvolle Erwartung. Was mag auf die Leser zukommen? Welche düster-feurigen Gedanken mögen die angedeutete Person des Bildes umgetrieben haben, die, so lässt sich zumindest vermuten, in der rechten Hand etwas trägt – einen Krummdolch oder ein Musikinstrument, das die Gesänge begleitet?
Der Verfasser teilt die Sammlung seiner Texte in drei Teile: „Apollynarische Gesänge“, „Solare Gesänge“ und „Lunare Gesänge“ auf, wobei der mittlere Teil die meisten Gedichte und Geschichten aufweist.
Die Erzählperspektive des 2022 in der edition federleicht erschienenen Werkes wechselt zwischen lyrischem Ich und Beobachterposten. Inhaltlich variiert der Homo poeticus und Homo narrans Markus Becker in einem ganz eigenständigen sprachlichen Stil das Thema menschlicher Abgründe: Einsamkeit und Todesnähe, Nachtgedanken und Traumsequenzen, dunkle Höhlen und Ödnis, Suizid und Gewaltexzesse. Systemkritik findet sich ebenso, etwa im antikapitalistischen Gedicht „Das Goldene Kalb“, wie die mahnende Erinnerung an die Zeit nationalsozialistischer Barbarei, zum Beispiel im Prosastück „Der Apfelbaum“.
Markus Becker schont seine Leser nicht, konfrontiert sie vielmehr in schnörkelloser Direktheit mit schwefligen, man könnte auch sagen: höllischen, Aspekten individueller und gesellschaftlich-politischer Wirklichkeit. Die engagiert kritische Haltung des Autors erweist sich keineswegs als destruktiv. Vielmehr schimmert durch die Beschreibung des mannigfachen Leidens am „Elend des Seins“ die Sehnsucht nach einem gelingenden Leben, das betäubender Mittel (Tavor, Fentanyl, die bewusst immer wiederkehrenden Filterlosen) nicht bedarf. In diese längst nicht eingelöste Hoffnung eines Daseins ohne „Macht und Gier“ mündet das eindrucksvolle Buch, das durchaus als Bekenntnis zur Humanität gelesen werden kann. Im letzten Gedicht mit dem Titel „Metamorphose“ traut Markus Becker dem „Geist“ des Menschen zu, „die Fehlfunktion der Welt zu transformieren“ – hin zu intakter Natur und zwischenmenschlicher „Liebe“.
Möge das Werk viele aufgeschlossene Leser finden, die bereit sind, durch das Dunkelrot des Schwefels zu befreiendem „Blau“ zu gelangen – per aspera ad astra!